• LITERATsein •Es war einmal ein junger Vorstadtjunge der einen grossen Traum hatte. Er wollte unbedingt der grösste Rapper unter der Sonne werden. Allerdings fehlten ihm diverse grundlegene Dinge unter anderem:
- Talent
- ein überaus cooler Name
- eine Vergangenheit die einem Ghettorapper zur Ehre gereichen würde
- Freunde die einen unterstützen
- Eltern die einen moralisch und finanziell unterstützen
- Talent
- Talent
- Talent
Er, von dem die Rede hier ist, heisst Julius-Joachim Bachmann und ist 17 Jahre alt. Er wohnt in einer kleinen unbedeutenden Stadt vor den Toren Berlins und er ist unglücklich über eben diese Umstände, also legt er sich einen neuen überaus coolen Namen zu: 45€Cent- Sidushido. Als er seinen Eltern von seinem neuen Namen erzählt, erntet er nur verhaltenes Lachen. Julius, den wir ab hier nur noch der Einfachheit halber “45„ nennen wollen, muss sich noch eine neue Lebensgeschichte zulegen. Dazu durchforstet er das Internet auf der Suche nach Rapperbiografien. Nachdem er insgesamt 12 mal auf einer „Adults only“ Seite gelandet ist schaffte er es endlich und bastelte an seinem neuen Leben.
Das Leben des „45€Cent- Sidushido“:
45 wurde in die Rassenunruhen von New York hineingeboren und wurde schon an seinem 1. Lebenstag von 17 Schüssen überall an seinem Körper verletzt. Natürlich war er tight genug das alles wegzustecken und so rächte er sich 2 Tage später in Berlin, wo er den Schützen aufspürte nachdem er ihm durch die ganze Welt folgte. Natürlich kam er für den Mord in den Knast. 45 wurde vor 3 Tagen aus der Haftanstalt Berlin Moabit entlassen. Er hielt sich dort mit Drogenverkäufen über Wasser und erwirtschaftete sich so grossen Respekt. Nun ist er wieder draussen und berichtet in seinen Songs über das von ihm erlebte.
Nachdem 45 bereits seinen Namen und sein Leben hat braucht er noch das was jeder gute Rapper braucht, BlingBling. Also geht es am nächsten Tag zu KIK und Tacco um erstmal die neue Kleidung zu besorgen. Neben den obligatorischen BaggiePants, die bei jedem Rapper gleich dumm aussehen, da sie den Betrachtenden vermuten lassen der Träger hätte den Gang zur Toilette nicht mehr geschafft, müssen auch noch Nachthemdengrosse T-Shirts besorgt werden, da man sonst sehen würde wie tief die Hose nämlich wirklich sitzt.
einafche Rechnung:
Länge der Beine - Umfang der Hose = Trägerhöhe
In den besagten Stores gibt es dann auch passend dazu den Schmuck:
- eine unechte Goldkette (Länge1,2m)
- eine glänzende Hello Kitty Armbanduhr
- und Hundemarken die wenigstens den Anschein erwecken der Träger wäre bei der Army gewesen
(Aufdruck: Träger war bei der Army)
Der nächste Gang führt unseren aufstrebenden Rapstar in einen Restpostenmarkt um eine Küchenuhr zu kaufen um sie an der 1,2m langen Goldkette zu befestigen um sie von nun an immer vor der Brust, bzw. vor dem Bauch zu tragen. Natürlich ist 45 bewusst das sein neues Ich etwas verwirrend auf sein Umfeld wirken muss aber er rechnet ganz fest damit das sich die Aufregung bald legen wird und spätestens wenn er Erfolg hat und die Kohle fliesst werden ihn die Nachbarn auch respektieren und vergöttern. Bei seinen Eltern geht das sogar recht schnell, denn als er sich ihnen präsentiert und der 1. grosse Lacher verklungen ist, der auch nur 3 Stunden gedauert hat, sagt ihm sein Vater:
„Respekt, mein Sohn, ich würde mich das nicht trauen!“
Nachdem nun auch endlich der 2. grosse Lacher verflogen ist und beide Elternteile mit Schmerzen am Boden liegen macht sich 45 nun auf den Weg durch seine Nachbarschaft, die ab nun nur noch “die Hood“ genannt wird, da sich sowas für einen harten Gangsta-Rapper nun mal gehört. Auf seinem Spaziergang lernt er zum ersten Mal die Ablehnung gegen erfolgreiche ,was sollte er auch sonst sein, Rapper kennen, die ihm von den Leuten auf seinem Gang entgegenschlägt. Ihn stört das allerdings wenig, da er jetzt ersteinmal wichtigere Dinge zu erledigen hat. Er muss sich überlegen wie er es anstellt schnell reich und berühmt zu werden.
Berühmt, überlegt er sich, geht einfach. Ich habe doch bei meiner Recherche im Internet gelesen das ein guter Hip-Hopper auch meist ein guter Sprayer ist. Gut dann muss ich nur noch überlegen was ich spraye, damit ich ein Zeichen setze und auf meine ganz eigene Weise gegen den Strom schwimme. Das Motiv ist recht schnell gefunden und so macht er sich erst auf dem Papier ans Üben bevor er sich an seine Zimmerwände wagt. Die Gummibärenbande, die ihm dort schon sein ganzes Leben als Tapete entgegenspringt, wollte er sowieso mal ersetzen. Nun hat er also sein Motiv und so beginnt 45 mit Sprühfarbe seine Wand zu verschönern. Er ist sehr stolz als er nach dem 40. Versuch endlich das Ergebnis hat das er sich erwünscht hat.

Mit diesem Bild ist er so zufrieden das er sich überlegt wo er es der Öffentlichkeit präsentiert. Seine Wahl fällt auf den örtlichen Bahnhof und so macht er sich des Nachts auf den Weg um zu sprayen. Bewaffnet mit einem Permanent Marker und 2 Spraydosen mit den Farben schwarz und silbergrau, beginnt er nun sein Werk. nach 32,5 Minuten beendet er sein Werk und macht sich schleunigst aus dem Staub. Noch immer stolz auf sein Werk denkt er nun über den nächsten Schritt auf dem Weg in den Rap-Olymp nach.
Was, denkt er, braucht ein erfolgreicher Rapper noch? Aus diesem Grund durchforstet er nochmal das Internet und findet heraus das ein Rapper immer auch etwas machen muss das sonst eigentlich kein Musiker macht. Er muss rappen. Nur wie soll man soetwas anstellen. Also hört er sich diverse Rapper auf myspace an und merkt das jeder Rapper der etwas auf sich hält immer von sich behauptet, der beste zu sein. Ach, das kann ich auch. Aber dann fällt ihm ein das er ja noch etwas vergessen hat, nämlich die Musik dazu. Die besorgt sich unser aufkeimender Rapgott von der Technoschlümpfe CD die er noch im Regal hat. Also wird jetzt auf die Melodie von „In the Army now“ in der Schlümpfeversion gerappt.
Wie man rappt:
1. Wörter die immer in einen Rapsong müssen:
-yeah
-word
-ahh
-ohh
-alter
-tut2. Der Rappende ist immer der geilste, grösste, und beste! Wichtig!
3. Es gibt nie einen besseren! Sehr wichtig!
4. Derjenige, der behauptet er sei besser als der Rappende, ist kein Rapper und als dumm, dämlich, behindert usw. zu bezeichnen! Unerlässlich!!!
5. Es muss immer jemand angepöbelt/ gedisst/ gehatet oder gebitet werden! Absolut unerlässlich!
6. Es muss mindest einmal im Satz ein englisches Wort eingebaut werden! Tust du das nich tun, biss u kein Räpper, Alder… YEEEEaaaah, word…
7. der Rhyme (dt.:Reim) muss eigentlich keinen Sinn ergeben, hauptsache es rhymt (dt.: reimt) sich! Kann muss aber nicht!
Unser Rapgott in Ausbildung fängt nun an seine ersten Schritte im lyrischen Gebiet zu machen. Erste Textfetzen versprechen viel Gutes. Als erstes werden die Berliner Rapgrößen Sido, Fler und Bushido gehatet und niedergemacht. Es bleibt abzuwarten ob sie der Text jetzt so erschüttern wird das sie das Rappen aufgeben.
Wir bleiben dran und werden ihn weiter beobachten auf seinem Weg Richtung Ruhm und dann werden wir davon berichten.
Filed under: freithema | 2 Comments
Tags: Havelland, Leben pur, Liebe, Musik


Name: Nico Schlott


Danke für das Schmunzeln am Morgen.:)
Schöne Story, bin schon gespannt wies weiter geht..
Hallo lieber Nico,
hast du mich schon bemerkt? Ich bin mehr oder minder neu hier und wollte mich mal gründlich umsehen, bevor ich einen Teil meines kleinen Universums ins Virtuelle verlagere.
Ich würd’ mich freuen, wenn du hin und wieder auf meine Seite schaust und ein paar Kommentare dalässt!