Der Star in meinem Keller…
• ÜberMenschsein •…und Elvis war auch da!
Nachdem ich vor 2 Wochen mit Gott reden durfte, habe ich nun mit Elvis Tee getrunken.
Er sitzt mir gegenüber und schaut die ganze Zeit gespannt auf den Star der sich in meinen Keller verflogen hat. Nach einer Weile steht er auf fängt an zu singen, lässt die Hüfte kreisen und der Star fällt wie vom Blitz getroffen zu Boden. Ich mache mir schon Sorgen, da der Vogel nicht zu sich kommt aber El, wie ich ihn nennen darf, beruhigt mich, nimmt ihn in die Hände, geht zum Fenster und der Vogel fliegt davon.
Was für ein Mann! Er hat selbst über diese vielen Jahre nichts von seiner Magie verloren. Er sieht mich an und sagt -Der Star war wohl ein Weibchen, Baby…- Er zwinkert mir zu und ich kann ihn verstehen. Dann setzt er sich wieder auf seinen Sessel und nippt an seinem Bachblütentee.
HavelJung: Viele haben deinen Hüftschwung versucht nachzumachen, es aber nicht hingekriegt. Was ist das Geheimnis?
Elvis: Ich weiss es nicht… (Er überlegt kurz) Ich habe panische Angst vor Wespen und irgendwann schwirrte mir eine um die Hüfte. Ich konnte nicht wegrennen und daher habe ich die Hüften kreisen lassen um ihr auszuweichen. Meine damaligen Schulkameradinnen haben es gesehen und sind in Ohnmacht gefallen, seitdem ist er sowas wie mein Markenzeichen.
HavelJung: Wieso konntest du nicht wegrennen?
Elvis: Wie gesagt, ich habe panische Angst vor Wespen. Ich habe dann immer Füsse aus Blei. Versuch dann mal wegzurennen. Das ist echt nicht einfach, das kannst du mir ruhig glauben.
HavelJung: Verstehe. Lass uns ein bisschen über deine Markenzeichen reden. Welche denkst du hast du noch?
Elvis: Hmmm… Ich denke die Glitzeranzüge waren auch ein Markenzeichen. (kurze Pause) Und natürlich Liesel!
HavelJung: Wer ist/war Liesel?
Elvis: Liesel war meine Gitarre. Ich habe sie geliebt, leider habe ich sie heut nicht mehr. Sie ist leider mit mir begraben worden.
HavelJung: Da wären wir beim Thema. Wie kannst du gleichzeitig begraben sein und hier vor mir sitzen?
Elvis: Ja, das ist so eine Sache mit dem Begräbnis. Du kannst in Amerika offen und geschlossen begraben werden.
HavelJung: Was heisst offen und geschlossen?
Elvis: Offen heisst das du dir den Toten im Sarg nochmal ansehen kannst. Und geschlossen eben nicht.
HavelJung: Achso.
Elvis: Ich hatte halt einen geschlossenen Sarg und als ich dort hinein gelegt wurde, übrigens tun mir die Männer heut noch leid, die mich damals da hinein legen mussten, hatte man Liesel mit hinein gelegt. Ich habe mich dann in der Nacht vor der Bestattung aus dem Sarg geschält, habe ein paar grosse Steine hineingelegt und habe Liesel dann vergessen. Am nächsten Tag haben sie dann Liesel und die Steine begraben. und ich habe mich dann aus dem Staub gemacht.
HavelJung: Wieso tun dir die Leute heute noch leid?
Elvis: Ich habe damals zu viele Burger, zu schnell in mich hinein gestopft und bin dadurch mächtig in die Breite gegangen. Und hatte übelste Blähungen. Ich hoffte aber das die Männer das nicht merken und den Gestank für Leichengase halten. Es hat geklappt.
HavelJung: Stimmt, in den letzten Jahren deines Schaffens bist zu mächtig auseinander gegangen.
Elvis: Toll, reite noch darauf rum. Aber du hast ja recht. Aber wie du siehst bin ich wieder schön dünn.
HavelJung: Auch wieder wahr. Wieso bist du eigentlich nach Deutschland gekommen?
Elvis: Mein Urahn Valentin Pressler war Deutscher und ist um 1700 nach Amerika ausgewandert. ich wollte mal sehen wie seine Heimat war und bin geblieben. Ich kannte ja bis dahin nur Friedberg und Bad Nauheim wo ich stationiert war.
HavelJung: Du warst also in der Armee?
Elvis: Na klar. Die bieten einem echt gute Möglichkeiten. Ich habe mir Liesel übrigens damals in Frankfurt bei einem kleinen Musikhandel gekauft. Die Deutschen halten sehr viel von Qualität und das habe ich immer sehr bewundert.
HavelJung: Danke. Hast du eigentlich nich was anderes gemacht ausser den Filmen und deiner Musik?
Elvis: Ich habe damal als Elektriker und Lkw-Fahrer gearbeitet. Das war auch eine schöne Zeit. Einsam auf der Landstrasse dem Sonnenauf- und untergang entgegen. Das habe ich geliebt. Ich kann das nur jedem empfehlen.
HavelJung: ich kann dich verstehen. Ich bin auch Fernfahrer. Wenn die Welt noch schläft, fährst du gemütlich die Strasse entlang und siehst zu wie die Welt erwacht. Das ist wirklich ein herrliches Gefühl.
Warum bist du nicht dabei geblieben?
Elvis: Ich habe beim Fahren immer gern gesungen und irgendwann, als ich tanken musste und weitergesungen habe, hat mich ein Agent angesprochen und gefragt ob ich nicht mal vor mehreren singen wollen würde. Es hat mich einfach interessiert. Und dann bin ich dabei geblieben.
HavelJung: Ok, wenn du nochmal von vorn beginnen könntest, was würdest du anders machen?
Elvis: Die Burger und die Drogen waren mein Verhängnis, was denkst also du was ich ändern würde.
HavelJung: Aber durch deinen frühen “Tod” hast du dich aber zu einer Legende hochgearbeitet, die bis heute unerreicht ist.
Elvis: Nichts ist für die Ewigkeit. Ich denke in ein paar Jahren werde ich vergessen sein.
HavelJung: Nicht solange du noch in den Charts auftauchst und deine Filme noch wiederholt werden.
Elvis: Naja, von irgenwas muss man ja leben. (Wieder zwinkert er mir zu)
HavelJung: Wie alt bist du jetzt eigentlich?
Elvis: Oh Gott, das fragst du mich was. 73 bin ich jetzt.
HavelJung: Wie alt willst du noch werden?
Elvis: (Er fängt an zu grinsen) Ich werde nicht mehr älter, ich bin doch schon tot.
In diesem Moment spitzt er die Ohren und schaut aufgeregt hin und her. Ich höre dieses Summen das ihn nervös werden lässt und sehe wie er aufgeregt aufspringt und wegrennt.
Alles in allem war es ein sehr schönes Gespräch. Ich hätte ihn allerdings noch gern gefragt wieso er akzentfrei deutsch spricht. Naja, vielleicht bekomme ich ja noch die Chance. Ein anderes Mal vielleicht.
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Tags: Begegnungen, Elvis, Generationen, Musik, Rock


Name: Nico Schlott


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