• LITERATsein

Hier nun der 2. Teil des 1. Kapitels:

Teil 2: Der Wald

Der Wald von Brieselang ist zwar nicht groß aber er ist dicht. Wir stehen an einem Punkt der mir als Sternweg in Erinnerung bleiben wird, denn von dieser stelle führen 5 Wege ab. 4 führen fast wie ein Kompass in alle Richtungen: Nord,West, Süd und Ost. Der 5. führt zwischen zweien weg. Also Nord- Ost Wir stehen da und Tille ist immer noch  am graben bei Tina. Jaqueline versucht sich etwas bei mir anzuschmiegen, was ich sofort abblocke indem ich ihr mitteile ich müsse mal schiffen gehen. „Soll ich halten kommen?“ fragt sie und mich schüttelt es. „Nee lass mal so schwer ist er nun auch nicht“ antworte ich und könnte mir im selben Augenblick schon auf die Zunge beissen aufgrund dieser Aussage. „Naja wenn was ist kannst du ja Bescheid geben.“ sagt sie mit einem leicht enttäuschtem Unterton. Ich freu mich und denke das sie es nun mitbekommen hat, das ich sie nicht mag.

Ich steh nun etwa 25 Meter weg vom Auto von dem es anfängt zu kichern. Tille, dieser Sack, so notgeil wie heute hab ich ihn schon lang nicht mehr erlebt. Egal, ich bin nur eifersüchtig wieso er die ganzen Granaten abbekommt. Auf einmal spüre ich heissen Atem hinter mir. Ich bin noch gar nicht fertig da packt eine Hand nach vorn und will mir an meinen kleinen. Einen Moment später fängt Jaqueline an zu kreischen. Diese Stimme ist unverkennbar und sollte mich noch die nächsten 3 Wochen als Tinitus verfolgen. Sie rennt zum Auto zurück und ich denke mir: Ich hab nix gemacht, ich sagte doch ich müsse pinkeln. Doch der Schrei gilt nicht mir oder dem leicht feuchten Faux pas dem sie erlegen war. Sie hatte sich vor einer Eule erschreckt, die sie beobachtete.

Danke liebe Eule sage ich brav und dankbar und mache mich auf den Weg zurück zum Auto. Angekommen schaue ich mich um und sehe eine ängstlich dreinblickende Tina und einen grinsenden Tille. „Und“, sage ich,“ hast du deine Hose geöffnet oder warum schaut Tina so?“ „Nö“, antwortet er, „ich hab ihr gerade vom Leuchter erzählt.“ In dem Moment fängt Tina an zu kichern und sagt: „Ich glaub nicht das mir der Inhalt der Hose Angst machen wird.“ Ich denke, Fettnäpfchen erwischt Tille. Als er mein Grinsen sieht, wird seines schief. Ahhh er hats begriffen. Jaqueline nähert sich schon wieder, verdammt, wie werd ich sie nur los? „Tille“, sag ich, „erzähl mal weiter.“ Und er beginnt von vorn. „Also“, er legt den Kopf etwas nach vorn um bedrohlicher oder schauriger auszusehen, „es war vor ca. 50 Jahren das ist eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter hier durch den Wald,“ wobei er eine sehr ausladene Geste von sich gibt. „Natürlich war es Nacht und etwas vernebelt. Aber die beiden mussten hier entlang da es die Umgehungsstrasse noch nicht gab. Was die 2 nicht wussten war, das zu dieser Zeit ein Kinderschänder und Mörder hier sein Unwesen trieb.“ Ich blicke mich um und sehe Jaqueline und Tina in die Augen und merke das die beiden langsam und allmählich steif werden. Kalt ist es heut ja nicht also muss es wohl an der Erzählung liegen. Komisch, ich find sie noch garnicht schlimm. „Just an diesem Abend fand dieser Mörder seine beiden nächsten Opfer. Ja genau, unsere beiden Mädels.“ Ich merke das die Damen anfangen zu zittern. Tille du solltest Geschichtenerzähler werden. „Und seit diesem Abend streift der Geist des kleinen Mädchens durch den Wald. Immer auf der Suche.“ „Was sucht sie denn?“, fragt Jaqueline ganz steif und zitternd. „Ja, da scheiden sich sozusagen die Geister.“ sage ich um mich mal wieder einzubringen. „Stimmt,“ wirft Tille ein mit nem Grinsen das mir zeigt das er diesen Wortwitz verstanden hat, „einige sagen sie sucht Ihren Frieden…“ „Und die anderen?“ fragt Tina mittlerweile äußerst ängstlich. „Tja, die anderen sagen sie sinnt auf Rache.“ endet er und verstummt. Einen Moment lang ist es extrem ruhig.

Die Pause. Perfekt.

„Und wie erkennen wir, wie sie gelaunt ist?“ fragt Tina. „An der Farbe,“ sage ich fahre fort,“ wenns weiß ist brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“ „Aber wenn es rot wird sollten wir rennen!“ führt Tille fort. „U…u..un.und wie ist sie heute drauf?“ fragt Jaqueline mit schlotternder Stimme. „Das werden wir sehen wenn wir sie sehen.“ sage ich. Wieder Stille. 1Minute , 2Minuten.

Auf einmal lässt Tina einen erstickten Schrei los und blickt panisch in den südlichen Weg. Wie vom Blitz getroffen drehen wir restlichen 3 uns um, um zu sehen was sie erschreckt hat. Tatsächlich das muss es sein. Ein Licht hoch oben in den Bäumen, es ist weiß. Es steht. Ich denke gerade noch an einen Stern als es beginnt zu tänzeln. Erst nur ein wenig dann immer mehr. Es wirkt als würde es schwingen wie ein Gewicht an einem Faden. Und es kommt näher, nur sehr langsam aber stetig. Mir wird sehr unwohl zumute. Aber nicht nur mir sonder den 2 Grazien auch. Ich sage: „Tille ich denke wir haben genug gesehen.“ „Weichei!“ lässt er von sich hören, aber den Blick nicht von dem Licht 20 Meter vor uns gerichtet. „Ich sehe gerade noch im Augenwinkel wie die Mädels sich wieder ans Einsteigen machen, als Tille von sich gibt:“ Jepp, nun sollten wir gehen!“ Ich schaue hoch zum Licht und sehe wie es sich verfärbt. Von weiß nach gelb nach rot. Und es wird schneller. Ich gebe gern zu ich habe Schiss und zwar ne ganze Menge. Die Mädels fangen an langsam durchzudrehen und bei mir ist es auch nicht mehr allzuweit entfernt. Ich mache mich auf den Weg zur Beifahrerseite um mich neben Jaqueline zu quetschen. Angelangt am Vehikel dreh ich mich zu Tille um, um zu schauen wo er bleibt. Er steht da und bewegt sich nicht ein bisschen. Wie angewurzelt. Ich brülle:“ Alter beweg dich!“ Er dreht sich um, läuft zum Auto und hätte dabei fast das Schlagloch, direkt vor ihm übersehen. Kein Wort kommt von ihm oder jemand anderem im Wagen. Tille schaltet das Auto an und gibt Gas…



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